Treffen mit Walter Beck

am Montag, 15 Oktober 2012.

Treffen mit Walter Beck, Erster Polizeihauptkommissar Leiter der PI Nördlingen

 Im Oktober traf sich der Vorstand der Jungen Union Nördlingen mit dem Leiter der Polizeiinspektion Nördlingen, Walter Beck. Thema des Treffens war der aktuelle Stand der Jugendkriminalität in Nördlingen und dem Ries.

 Dabei konnte im Großen und Ganzen ein sehr positives Bild gezeichnet werden. Denn die Zahl der von Jugendlichen und Heranwachsenden verübten Straftaten ist rückläufig. Insbesondere die Anzahl von Straftaten in  Zusammenhang mit Drogen sei in den letzten Jahren zurückgegangen. Allerdings wies Beck darauf hin, dass es sich bei der Rauschgiftkriminalität um ein sogenanntes Kontrolldelikt handelt. Das heißt, je mehr Personal von der Polizei hier eingesetzt werden kann, desto mehr gelingt es, Straftaten zu erkennen und somit das Dunkelfeld aufzuhellen. Eine richtige „Drogenszene“ sei  jedoch nicht vorhanden, so Beck.

Gerade aufgrund begrenzter personeller Ressourcen bei der Polizei,  misst Beck der präventiven Aufklärungsarbeit große Bedeutung bei. Dabei sieht er die Arbeit in den Schulen als enorm wichtig an und sieht in den existierenden Konzepten auch große Erfolgsmöglichkeiten.

 Positiv sieht der Leiter der Polizeiinspektion Nördlingen die gesunkene Zahl der Alkoholfahrten jugendlicher Fahrzeugführer. Hier habe ein Lernprozess eingesetzt, der zur Folge hat, dass am Wochenende immer weniger alkoholisierte Jugendliche bei Verkehrskontrollen aufgegriffen würden.

 Viel größeres Kopfzerbrechen bereiten der Polizei aber nun Straftaten, die Jugendliche und Heranwachsende im Zusammenhang mit übermäßigem Alkoholkonsum begehen. Dabei ist laut Aussage von Beck vor allem eine Veränderung der Qualität des Alkoholkonsums festzustellen. Eine große Zahl der 14 - 21jährigen greifen demnach zu harten alkoholischen Getränken und das in unkontrollierter Menge. Seien früher vereinzelt Jugendliche nach dem Genuss von zu viel Bier auffällig geworden, so werde nun schon oftmals vor dem nächtlichen Ausgehen eine große Menge harter alkoholischer Getränke konsumiert. Dies führe dann immer öfters zu großem Hemmungsverlust gegenüber Körperverletzungen, was der Statistik nach die größte Gruppe der verübten Straftaten ausmache.

Hier sieht die Polizei nicht nur die Eltern der Jugendlichen in der Pflicht, sondern auch die Politik. Die derzeit diskutierte Wieder-Einführung von moderaten Sperrzeiten würde laut Beck eine effiziente Maßnahme darstellen, gegen alkoholbedingte Straftaten vorzugehen. Denn Problem sei, dass die Jugendlichen schon mit Spirituosen „vorglühen“, um dann noch bis in die Morgenstunden hinein weiterzutrinken, was dann auch zu einer niedrigeren Hemmschwelle führe.

Eine Sperrstunde, die die Feierwütigen dazu zwingen würde, früher nach Hause zu gehen, hätte mithin zur Folge, dass der Alkoholmissbrauch insgesamt und so auch die damit einhergehenden Probleme verringert würden.

 

Ein Einschreiten der Öffentlichkeit erhofft sich die Polizei auch bezüglich des schwindenden Respekts vor den Ordnungshütern. So seien Übergriffe auf Polizisten auch im Ries ein ernstes Thema geworden. Gerade Jugendliche ließen dabei jedweden Respekt vermissen und würden die Beamten immer wieder herausfordern, um sich diesen gegenüber zu profilieren. Hier sieht Beck dringenden Handlungsbedarf und fordert eine höhere Wertschätzung der polizeilichen Arbeit ein.

 Alles in allem zieht Walter Beck aber versöhnliche Schlüsse und zitiert abschließend mit einem Augenzwinkern Sokrates, der schon zu seiner Zeit schlecht über die Jugend sprach. Denn die Jugend heute sei nicht schlechter oder besser als schon immer, so Beck.

 

 

 

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