Dekan Erber

am Donnerstag, 12 Mai 2011.

Stammtisch mit Dekan Paul Erber

 Vertreter der Jungen Union trafen sich mit Stadtpfarrer Dekan Erber, um sich über die Arbeit der katholischen Kirche in Nördlingen und dem Ries zu informieren. Derzeit ist Paul Erber mit zwei Kollegen für über zehn Pfarrgemeinden zuständig, wobei er betonte, dass die gemeindliche Arbeit durch vermehrte Laientätigkeiten wie etwa Gemeinde- und Pastoralreferenten sogar gezielter möglich sei, als zu Zeiten, in denen jede Kirchengemeinde einen eigenen Pfarrer hatte.

Dies sei vor allem für die immer ausufernde Verwaltungstätigkeit wichtig, die im Rahmen von Kinder- und Altenbetreuung durch eine stetig wachsende Anzahl gesetzlicher Regelung überhandnehme.

Laut Dekan Erber stellten die Planung für Kindergarten- und Krippenplätze sowie für Plätze in Altersresidenzen und betreuten Wohneinheiten die Gemeindemitarbeiter vor immer größere Hürden. Dies resultiere vor allem aus der mangelnden Planungssicherheit für freie Plätze.

Gut aufgestellt sieht Dekan Erber die Möglichkeiten der Jugendarbeit der Gemeinden. Zwar habe sich diese durch neue Kommunikationsformen grundlegend verändert, sei dadurch jedoch wesentlich flexibler und dezentraler geworden. Zudem erfreuen sich sämtliche Jugendgruppierungen der katholischen Kirche in Nördlingen und dem Ries regen Zuwachses, was sich vor allem in der großen Zahl von Ministranten in St. Salvator anschaulich machen lässt.

Große Sorgen macht sich Paul Erber jedoch um den demographischen Wandel. So gäbe es Gemeinden, in denen seit fast 10 Jahren keine Kinder mehr geboren wurden. Auch die Vereinsamung alter Menschen innerhalb Nördlingens und die steigende Altersarmut machten ihm große Sorgen. Insbesondere sei schon oft die Kontaktaufnahme schon schwierig, weshalb Paul Erber für die Zukunft eine stetig wachsende Vereinsamung befürchtet. Auch sei die Arbeit durch den Wegfall des Zivildienstes um einen großen Faktor schwieriger geworden. Paul Erber wünscht sich vor allem mehr freiwilliges Engagement.  Zudem sieht der Stadtpfarrer die Politik in der Pflicht. Es müsse ein Spagat geschafft werden, zwischen einer altersgerechten Stadt und dem Erhalt der notwendigen Attraktivität für junge Familien, um auch für Zuwanderung zu sorgen.

 

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